02.04.2020
In dieser Woche wurde beim Bau des neuen Wasserwerks im Tiefgestade ein weiterer Meilenstein erreicht. Vier neue Filterkessel sowie zwei Oxidatoren wurden mit einem Schwerlastkran in den Rohbau eingeschwenkt und das Dach für die Eindeckung vorbereitet.
Bauarbeiten Wasserwerk Tiefgestade beginnen
In Maßarbeit wurden die circa 3 Tonnen schwere Stahlkessel auf jeweils vier betonierte Stützen im Untergeschoss aufgesetzt und verschraubt. Die insgesamt ca. 5 m hohen Behälter reichen über 3 Stockwerke hinweg, in der Zwischendecke sind kreisrunde Aussparungen.
Dem Rohwasser
aus den fünf umliegenden Brunnen wird in den zwei grünen Oxidatoren mit
Kompressoren gefilterte Luft zugesetzt. Zur besseren Luftverteilung werden
diese mit Kunststoffspiralen gefüllt, die wie große Lockenwickler aussehen.
Diese machen aus den großen Luftblasen viele Tausende kleine.
Das Rohwasser
muss belüftet werden, um Eisen- und Manganpartikel, die natürlicherweise in der
Oberrheinischen Tiefebene oft vorkommen, entfernen zu können. Eisen und Mangan
sind zwar nicht giftig, aber bei höherem Vorkommen unangenehm im Geschmack und
sie können rostig aussehen.
Das Eisen und
das Mangan gehen eine chemische Reaktion mit dem nun vorhandenen Sauerstoff ein
und bilden Flocken, die in den blauen Behältern abgefiltert werden. Die
ausgefilterten Bestandteile werden regelmäßig im Kessel zurückgespült und
gelangen mit Wasser in das außenliegende Absetzbecken. Da die Partikel schwerer
als Wasser sind, setzen sich diese ab und oben ist dann sauberes Wasser, das
über eine 800 m lange Stahlbetonleitung mittels Gefälle in den Rhein geleitet
wird. Das vorhandene Absetzbecken ist voll funktionsfähig und kann weiterhin
genutzt werden, es erhält nur eine Betonsanierung.
Die neuen blauen Filterkessel mit 2 Meter Durchmesser sind innen gummiert. Bevor diese mit feinkörnigem Kies und Sand gefüllt werden, muss geprüft werden, ob die Innenauskleidung nicht beschädigt ist. „Hierzu muss ein Mensch ohne Platzangst in die Kessel einsteigen und mit einem Stahlbesen, der mit 20.000 Volt unter Strom steht, prüfen, ob es Funken schlägt. Keine Funken, alles gut“, informiert Matthias Weber, Fachbereichsleiter Technik und Projektverantwortlicher bei der Gemeinde.
Von den grünen Oxidatoren wird das belüftete Rohwasser jeweils durch ein Standrohr im Innern der blauen Filterkessel nach oben gepumpt, von dort sickert es durch den feinen Kies nach unten. Dabei werden die Eisen- und Manganpartikel abgefiltert. Damit die Filtration in den Kesseln funktioniert, werden diese am Anfang „geimpft“. Das bedeutet, dass zum neuen Kies auch noch Kies aus den alten Kesseln hinzukommt. Der alte Kies ist mit Bakterien durchsetzt, die das Mangan abbauen. Das gereinigte Wasser wird in Rohren in Richtung Fernleitung geleitet. Dazwischen befinden sich noch eine Pumpstation und die amtliche Zapfstelle. Damit das Reinwasser durch die 4.000 Meter lange Fernleitung in die Wasserzentrale in der Neckarstraße gelangen kann, braucht es entsprechenden Druck. An der Zapfstelle entnehmen sowohl das Gesundheitsamt als auch die Mitarbeiter des Eigenbetriebs Wasserversorgung der Gemeinde regelmäßig Proben. Das Trinkwasser zählt zu den am besten überwachten Lebensmitteln.
Nachdem die sechs neuen Kessel auf ihrem Platz sitzen, wird das Metalldach mit den circa 14 Zentimeter dicken Sandwichplatten montiert. Dann können Schlosser, Fensterbauer, Estrich- und Fliesenleger, Installateure sowie Maler an den Innenausbau gehen.
Neben der Filterhalle gibt es verschiedene Arbeitsräume wie Werkstatt, Lagerräume und einen Raum für ein Notstromaggregat. Außerdem natürlich Sozialräume für die derzeit drei Mitarbeiter unserer Wasserversorgung Peter Sulewski, Franz Kopf und Patrick Stadler. Herzstück des Wasserwerks ist die Warte. Hier kann an mehreren Monitoren der Betrieb überwacht, kontrolliert und gesteuert werden. Bei einem Störfall können hier, aber auch per Fernwirktechnik, entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Insgesamt wird das neue Wasserwerk vermutlich rund 5 Mio. € brutto kosten, ohne die Außenanlage. Mit der Inbetriebnahme des Wasserwerks ist Mitte 2021 zu rechnen.
Im Anschluss erfolgt die Herstellung der Außenanlage. Die Gebäude des alten Wasserwerks werden nach gesicherter Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks vollständig rückgebaut.
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