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Bäume mit Schutzmantel

24.02.2020

Die drei nebeneinander stehenden, mittlerweile berühmten Spitzahornbäume an der Hauptstraße wurden am 19.02.2020 wieder nachgepflanzt, nachdem sie schon acht Mal angesägt wurden, zuletzt im Januar 2019. Dieses Mal haben sie einen Schutzmantel aus Stahl. Aber absoluten Schutz gibt es leider nicht.

Bei einer nicht repräsentativen BNN-Umfrage waren sich unsere Bürgerinnen und Bürger weitgehend einig, dass dem Baumsäger nicht nachgegeben werden sollte. 

Vor der Neupflanzung haben sich viele Menschen Gedanken gemacht, was man tun könnte, um die Bäume vor dem Baumfrevler zu bewahren. Videoüberwachung scheidet leider aus rechtlichen Gründen aus. Kreative, aber auch die ein oder andere absurde Ideen gingen bei der Gemeindeverwaltung ein. 

Einen sehr guten Vorschlag unterbreitete Thomas Westenfelder. Den Bäumen sollte ein maßgefertigter Schutzmantel aus Stahl von der Wurzel bis zur Krone angelegt werden. Das würde es zumindest erschweren, die Bäume unbemerkt anzusägen, weil entweder unten die Erde entfernt und in den Boden gesägt werden muss oder ganz oben, was ohne Hilfsmittel nicht möglich ist. „Wir sind uns bewusst, dass es keinen absoluten Schutz geben wird“, weiß Bürgermeister Bernd Stober und meint „Sollte diese Maßnahme nicht helfen, muss man neu überlegen und der Gemeinderat entscheidet“.   

Es wurden 15 Jahre alte, 5 bis 6 Meter hohe Bäume gekauft. Zum einen damit das Straßenbild erhalten bleibt, aber auch damit die Bäume einen hohen Stamm haben und somit die Krone schwer erreichbar ist. 

Als die Spitzahorne geliefert wurden, hat Sebastian Moczygeba, Inhaber der Firma „Kreative Metallgestaltung“ Maß genommen. Individuell passend hat er Hüllen aus Cortenstahl angefertigt. „Das ist ein wetterfester Baustahl, der auch gerne wegen seiner charakteristischen Patina für Skulpturen im Außenbereich verwendet wird“, erläutert der Spezialist für Ausgefallenes. 

Nachdem der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Westenfelder die drei neuen Bäume gesetzt hat, haben Sebastian Moczygeba und sein Mitarbeiter jeweils zwei Halbschalen um den Stamm gelegt, miteinander verschraubt und die Schrauben sozusagen versiegelt. Zuvor hat Thomas Westenfelder um jeden Stamm Ballenleinen als Puffer zum Stahl gewickelt. Die gelochten 2,70 Meter hohen Stahlhüllen haben einen Durchmesser von je 25 Zentimetern. Das heißt das Baum-Trio hätte genug Platz, um die nächsten 25 bis 30 Jahre zu wachsen, wenn der Baumsäger sie lässt.      

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